Es ist was es ist … *

Es ist was es ist … *

Veränderung beginnt im Kleinen

Vor einem Jahr hätte wohl kaum jemand vermutet, was in ein paar Wochen auf die ganze Welt zukommen würde. Corona hat die Gesellschaft – vor allem die offene, westliche Gesellschaft mit all ihrer Werten die die Individualität sosehr betonen – komplett auf den Kopf gestellt. Nichts hat uns so sehr erschüttert, wie die Erkenntnis, dass es ein Virus gibt, das uns vor völlig neue Herausforderungen stellt. Kein altbewährtes Hausmittel und keine Hightech-Medizin, die erfolgreich gegen dieses Virus einsetzbar gewesen wäre. Ein Rückzug ins eigene ‚Schneckenhaus‘ war die einzige Möglichkeit, mit dieser unbekannten ‚Größe‘ (ein Virus ist nur mehr unter einem Elektronenmikroskop erkennbar, so klein ist es) umzugehen. Viren vermehren sich ja, in dem sie körpereigene Zellen befallen, sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und so können im Endeffekt nur die eigenen Abwehrkräfte das Virus besiegen.

Die einzige Möglichkeit also, sich vor dem Virus zu schützen, besteht im Rückzug ins eigenen ‚Schneckenhaus‘. Plötzlich ist man isoliert, nur via Medien miteinander verbunden: Ein Horrorszenario, wenn man bedenkt, wie sehr wir an unserer ‚Freiheit‘ hängen. Nach wie vor frage ich mich, was soll das alles bedeuten? Wo soll uns das hinführen? Nicht alles, was in den letzten Monaten passiert ist, war jedoch nur schlecht. Vielfach haben Bewegungen profitiert, die Opfer dieses Egozentrismus waren. Allen voran fällt mir dabei die Umwelt ein, die unter dem unermesslichen Wachstumsdrang der Wirtschaft wohl am meisten gelitten hat und, was viele von uns gerne vergessen, das auch uns trifft. Wenn man so will, hat es uns mittels eines kleinen Virus getroffen, indem eine Virusmutation von einem Tier auf uns Menschen übertragen wurde.

Die Natur leidet – das Virus als Symbol dafür

Für mich ist das Virus auch ein Symbol dafür, dass die Natur leidet und aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Und mit ‚Natur‘ meine ich auch uns Menschen, denn wir sind ebenso ein Teil dieser Natur – wir vergessen es nur allzu oft. Die Wissenschaft hätte bereits vielfache Technologien zur Verfügung, die einen Ausweg aus gewohnten Bahnen bringen könnten. Ich denke dabei vor allem an modernen Fortbewegungsmöglichkeiten, die das herkömmliche Auto mit Verbrennungsmotor ersetzen und damit die Umwelt entlasten würden. Ich denke aber auch an Massentierhaltung für Pelzmäntel, die im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr notwendig zeitgemäß sind. Warum hält man dennoch vielfach an diesen ‚Statussymbolen‘ fest? Wieso werden nach wie vor jeden Tag Fußballfelder in unerträglichem Ausmaß zu Betonwüsten verbaut, und damit auch in Zukunft unsere Selbstversorgung und die Zukunft unserer Kinder und Enkel?

Wie soll man damit umgehen? Wie etwas verändern? Der einzelne scheint machtlos, selbst gegen ein kleines Virus. Oder geht es vielmehr doch darum, zunächst einmal anzuerkennen, was ist: „Es ist was es ist“ … der erste Schritt zu Veränderung beginnt bei jedem einzelnen von uns durch die Erkenntnis, dass etwas ist wie es ist. Niemand kann etwas verändern, wenn er es nicht wahrnimmt. Ebenso beginnt Neues zunächst einmal im Kleinen, indem man das verändert, was man verändern kann. Viele von uns haben erkannt, dass sie im Außen zunächst nichts verändern können und haben deshalb begonnen, sich mit ihren eigenen vier Wänden zu beschäftigen, ihrem eigenen ‚Schneckenhaus‘. Die Lehre von Feng Shui gibt uns ein mächtiges ‚Werkzeug‘ an die Hand, Dinge im Kleinen zu beeinflussen, die sich unweigerlich dann auch in unserem Leben, im Außen zeigen. Am einfachsten dadurch erkennbar, dass man die Veränderung als positiv wahrnimmt und spürt.

Durch kleine Schritte Großes bewirken

Häufig erliegt man dem Irrtum, dass das, was man selber tun kann, nur ein ‚Tropfen auf dem heißen Stein‘ ist und nichts wirklich bewirkt. Dem ist aber nicht so, denn durch kleine Veränderung z.B. von Gewohnheiten kann man bereits sehr viel erreichen; ich schätze mich z.B. als privilegiert ein, in einer Stadt leben zu können, wo man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, ohne jemals stehen bleiben zu müssen (keine Ampel). Zugleich tue ich etwas für mein seelisches (kein Stress) und körperliches (Fitness) Wohl und schone die Umwelt (keine Abgase) dabei. Indem du Bäume anpflanzt, kannst du positiv auf das Mikroklima und auf das Mikro-Ökosystem in deiner unmittelbaren Umgebung wirken und deine Seele erfreut sich am Anblick des Baumes und seiner Blüten/Früchte/Blätter.

Wenn du etwas in deinem Wohnumfeld verändern möchtest, das sich positiv auf deine Entwicklung und Möglichkeiten in deinem Leben auswirken soll, dann richte deine Aufmerksamkeit zunächst darauf, was du siehst, wenn du aus deiner Wohnung/deinem Wohnraum rausblickst. Wie gestaltet sich dein Ausblick? Ist er schön oder verbaut. Sind deine Fenster auch dann ‚zu‘, wenn es draußen sonnig und hell ist? Was siehst du, wenn du von draußen hineinblickst (virtuell)? Wie wichtig ist dir, dass du wahrgenommen wirst? Wie wichtig ist dir Rückzug? Unsere Haustür und unsere Fenster sind unsere Öffnungen zur Außenwelt, vergleichbar mit Mund und Augen. Wenn dir der Ausblick nicht gefällt, wieso machst du dir dann nicht deinen eigenen Ausblick? Auch haben wir heuer gelernt und erfahren, wie wichtig frische Luft ist, also das Lüften. Kannst du gut lüften oder bekommst du zu wenig gute Luft? Fühlst du dich wohl in deiner Wohnung, oder gibt es Bereiche in deiner Wohnung, wo kein Licht hinkommt, die gewissermaßen im ‚Schatten‘ liegen? Die Erkenntnis ist der erste Weg zu wirklicher und zumeist auch nachhaltiger Veränderung.

Neues Jahr 2021 – neue Chancen zur Weiterentwicklung

Für das neue Jahr wünsche ich dir, dass du erkennst, wieviel du selber verändern und was du alles damit bewirken kannst. Und schließlich ist ja auch Veränderung das, was uns ‚wachsen‘ lässt. Ein neues Jahr mit vielen neuen Möglichkeiten zur Entwicklung aber auch der Chance wahrzunehmen, was bereits alles da ist und gut ist, wünsch ich Dir von ganzem Herzen!

* Erich Fried: „Es ist was es ist“ Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte. Wagenbach, Berlin 1996.

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