Seinen Weg finden …

Seinen Weg finden …

Zwischen Yin und Yang

Obwohl wir heuer einen wundervollen Sommer und einen ebenso tollen wie warmen Herbst hatten, lässt sich die Zeit nicht aufhalten und früher oder später wird uns die kalte Jahreszeit doch einholen. Wenn man sich den wunderbaren Herbst mit seinem prächtigen Farbenspiel vor Augen hält, mag man auch noch gar nicht an den Winter denken. Wenn der erst Schnee kommt, deckt er alle Farben praktisch zu und verordnet der Natur eine Pause zum Verschnaufen. Auch ich muss gestehen, dass mir die Winterzeit ganz Recht ist, denn obwohl ich sehr gerne Freude an Pflanzen, Blüten und Früchten auf meiner Dachterrasse habe – inklusive der damit verbundenen Arbeit – schätze ich auch die Winterpause, in der man wieder mehr Zeit für andere Dinge hat. Und auch wenn du dich am Tag – der ja immer kürzer wird – gerne und hoffentlich viel draußen bewegst und einen der vielen beliebten Wintersportarten betreibst, so wirst du dennoch feststellen, dass die Nächte länger werden und wir einfach dazu tendieren, es sich bei beginnender Dunkelheit in die eigenen vier Wänden gemütlich zu machen.

Der Winter ist für mich auch ein sehr schönes Bild dafür, dass die beiden Elemente Yin und Yang ständig im Wechselspiel miteinander stehen. Yin steht in diesem Sinne stellvertretend für den Winter, die Dunkelheit, Ruhe und das Entspannen; Yang hingegen steht stellvertretend für den Sommer, die Wärme, für alles was expandiert, sich ausdehnt. Während wir also im Sommer sehr viel Yang-Energie durch die Sonne empfangen, holt sich der Winter wieder vermehrt die Yin-Energie zurück und damit im übertragenen Sinn die Energie, die sich nach innen wendet. Durch den Schnee, der alle Pflanzen zudeckt, steht auch die Farbe Weiß im Vordergrund und wir neigen zur sogenannten Jahreszeit daher von Natur aus dazu, uns die Farben als Ausgleich verstärkt in die eigenen vier Wände zu holen. Die einfachste Form sich die Farbe Grün in die eigenen Wände zu holen, geschieht z.B. durch den Adventkranz bzw. zu Weihnachten durch den Weihnachtsbaum, wobei wir beides gerne mit farbigen Accessoires und natürlich mit Kerzen ergänzen.

Zeitgleich zu den kürzer werdenden Tagen umgibt sich jeder wieder gerne mit Kerzen und schafft sich zuhause vermehrt zusätzliche Lichtquellen. Licht gehört im Feng Shui zum Element Feuer, das wiederum am stärksten das Yang-Element repräsentiert und die Dunkelheit in Schach hält. Aber ohne Dunkelheit wäre es uns auch nicht möglich, manche Dinge im wahrsten Sinne des Wortes ‚ins rechte Licht‘ zu rücken. Die gezielte Gestaltung mit Licht lenkt auch unsere Aufmerksamkeit und gilt nicht nur im Feng Shui als maßgebliches Gestaltungselement. Gerade eben in der dunklen Jahreszeit bekommt damit der Gegenpol, nämlich das Element Feuer in Form von Licht eine größere Bedeutung, aber auch in Form von Farben und Materialien zur Gestaltung der eigenen vier Wände. Du kannst also gezielt ‚warme‘ Farben – wie z.B. alle roten, orangen und gelben Farbtöne – einsetzen, um der Kälte draußen entsprechend entgegenzuhalten und du wirst verwundert sein, wie effektiv eine neue Wandfarbe in einer Yang-Qualität ‚wärmen‘ kann. Ebenso bieten sich natürlich kuschelige Yin-Materialien an, wie z.B. Felle (hoffentlich Kunstfelle), Wolldecken, (Woll-)Teppiche, Samtvorhänge und Polster etc. – also alles, was uns wärmt und zum Kuscheln einlädt.

Während also die Natur selber sich zurückzieht und sich in eine Art Winterschlaft begibt, ist diese Zeit ebenso für uns eine wunderbare Zeit, um uns vermehrt wieder auf uns selbst zu konzentrieren. Ruhigere Zeiten sind auch eine große Chance, möglicherweise Neues zu entdecken wie z.B. ein neues Buch, ein neues Hobby als Gegenpol zum stressigen Berufsalltag, die Idee für ein neues Projekt oder  im Idealfall sogar die eigene Berufung – wer weiß. Die Winterzeit wird vom Element Wasser dominiert; wenn du die Wasserenergie in deinen vier Wänden stärken möchtest, und damit die Energie, die dir dabei helfen kann, deinen Weg zu finden, so bietet sich der nördliche Bereich deiner Wohnung dazu an. Mit einer Ausnahme, nämlich wenn sich dort dein Schlafzimmer befindet – im Schlafzimmer kann man zwar mit den Farben Schwarz und Blau als Äquivalent zum Element Wasser arbeiten, man sollte aber keinesfalls einen Brunnen dort aufstellen und auch kein Bild mit Yang-Wasserqualität (Wasserfall, Welle) anbringen. Im Schlafzimmer sollte immer die Yin-Qualität (Berg, Stein, beruhigende Farben wie grün, blau) vorherrschen, damit wir gut zur Ruhe kommen können. Wichtig ist, dass wir die Zeit des Rückzugs in die eigenen vier Wände auch als Chance sehen sollten, gerade in unserer schnell lebigen Zeit, die geprägt ist von Zeitdruck und Reizüberflutung. Ich wünsche Dir daher eine schöne und bereichernde Zeit, in der dir vielleicht so manches Licht aufgehen möge.

 

 

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